Bläserchöre

Karte mit den kathl. Bläserchören
Karte mit den kathl. Bläserchören

Was wären...

 

... unsere Gottesdienste, Gemeindefeste und andere kirchliche oder weltliche Veranstaltungen ohne die Musik? Mittlerweile ist die entsprechende Begleitung dazu nicht mehr wegzudenken. Dies ist nicht zuletzt auf die Existenz etlicher - teils ökumenisch gemischter - Bläserkreise und Posaunenchöre zurückzuführen. Mit ihrem Liedgut spielen Sie in erster Linie zur Ehre Gottes, aber auch zur Freude der Menschen auf. Dass zu einem guten Gelingen eine intensive Vorbereitung und Probenarbeit gehört, braucht sicher nicht erwähnt zu werden.
Die meisten dieser Blechbläser - Ensemble entstanden nach dem Ende des zweiten Weltkrieges, als durch Flucht und Vertreibung zahlreiche Gläubige vor allem aus Ost- und Westpreußen, Schlesien und dem Sudetenland nach Mecklenburg kamen. Zusammengehalten durch ihren starken Glauben und den festen Willen, auch kommenden Generationen eine religiöse Heimat zu bereiten, gründeten sich in vielen Orten Gruppen von musikbegeistertern Bläsern. Gerade das ehrenamtliche Engagement während der Nachkriegsjahrzehnte in der DDR - Diaspora - Situation hielt die katholischen Gemeinden am Leben. Davon profitieren diese auch heute noch, wenn sich nach der Wiedervereinigung die Zahl der Musizierenden verringerte.
So ist es zu einer Tradition geworden, sich einmal jährlich zu versammeln, um gemeinsam neues Liedgut zu proben, in Erfahrungsaustausch zu treten, neue Musiker kennen zu lernen. Traf man sich in den Achtziger Jahren meist abwechselnd in größeren Gemeinden, wie Rostock, Schwerin und Neubrandenburg, so kristalliesierte ich in den letzten vier Jahren die Gemeinde Matgendorf - Schwetzin als zentraler Treffpunkt heraus. Der dortige Posaunenchor begeht in diesem Jahr übrigens am 9. Juli sein 60jähriges Bestehen. Darüber hinaus stehen weitere Jubiläen an (Mitte Juni) in Goldberg, wo bereits seit 100 Jahren die Posaunen und Trompeten erschallen - sowie in Rostock, welches im Oktober auf 40 gemeinsame Jahre zurück blicken kann.
Zum Bläsertag 2006 hatte erneut Kantor Werner Koch eingeladen und seiner Einladung waren 65 Blechbläser und Blechbläserinnen gefolgt, die sich am Morgen des 11. März im winterlich verschneiten Schwetzin einfanden. Erfreulich neben der zahlenmäßigen Steigerung gegenüber dem Vohrjahr war auch der hohe Anteil junger Menschen, die teilweise das erste Mal mit dabei sein konnten. Der musikalische Bogen geprobter Stücke spannte sich wie in den Vorjahren über einen Zeitraum von mehreren Jahrhunderten - von weltlichen Tänzen aus dem 16. Jahrhundert über Choräle und Musik aus der Big-Band-Zeit in Amerika des frühen 20. Jahrhunderts. Werner Koch dankte insbesondere dem Thomas-Morus-Bildungswerk in Rostock, welches die Finanzierung dieser Veranstaltung erst ermöglichte. Darüber hinaus vergaß er auch nicht die Erwähnung der vielen unsichtbaren Helfer im Hintergrund, die in mühevoller Kleinarbeit di Noten-Partituren geschrieben und neue Musikstücke beigesteuert hatten.
Geprobt wurde gewohnheitsgemäß in mehrern Etappen und ein gewaltiger vielstimmiger Klang erfüllte den großen Saal des Schwetziner Dorfkulturhauses. An Instrumenten war alles vertreten. Angefangen von Trompeten, Klarinetten, Flügelhörnern in den Oberstimmen über Posaunen, Baritone, Tenorhörner, Saxophone und Tuben in den unteren Tonlagen. Dezent im Hintergrund sorgte ein junger Schlagzeuger für den notwendigen rythmischen "Unterbau".
In den Pausen war ausreichend Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch über das gemeinsame Hobby und neue Bekanntschaften konnten geknüpft werden, Die gastgebende Gemeinde hatte die kulinarische Versorgung der zahlreichen Teilnaehmer erwartungsgemäß gut organisiert und nach dem Mittagessen dankten die Musiker dafür mit einem zünftigen Ständchen...
Nach dem Kaffeetrinken schloß gegen 16 Uhr ein rundum gelungener Tag, von dem die Musizierenden sicher Kraft und schöne Erinnerungen für den Alltag in den Heimatgemeinden mitgenommen haben. Erwähnt sei an dieser Stelle nochmals das Angebot an alle musikalisch Interessierten, es doch einfach mal zu versuchen, ein Blechblasinstrument zu erlernen. Ansprechpartner finden sich in allen katholischen Gemeinden (Adressen: Kontakte).